Verlustangst in der Beziehung – die lähmende Angst den Partner/in zu verlieren

Hat man eigentlich immer Angst, geliebte Menschen zu verlieren? Hast du manchmal Angst, z.B. einen Elternteil oder deinen Partner/in zu verlieren?

Für die dabei empfundene Angst spielt es nicht mal eine Rolle, ob es sich um eine dauerhafte Trennung oder um einen Verlust durch den Tod handelt.

Ja, es ist normal, dass wir Menschen, die wir lieben, nicht verlieren oder gar sterben sehen wollen. Wir geniessen ihre Gesellschaft, unser Zusammensein und wissen, dass das Leben ohne sie ganz anders wäre.

In unserer heutigen Kultur reden wir auch viel zu selten über den Tod und die Trennung in einer Beziehung, es wird oft einfach schweigend weggedrückt.

Es kann also schon unterbewusst eine gewisse Angst da sein, nur weil wir ausblenden und nicht ganz genau wissen, womit wir es zu tun haben würden, wenn dieser Fall eintreffen würde.

Und vielleicht hast du dich schon Mal gefragt, ob diese besondere Form der Angst (auch als Verlustangst bezeichnet), geliebte Menschen zu verlieren, normal ist?

Gibt es eine gesunde oder ungesunde Angst?

Eine normale Angst vor Verlust, beinhaltet die Sorge und Traurigkeit, wenn wir daran denken, dass zum Beispiel die Beziehung von heute auf Morgen vorbei sein könnte.

Trotzdem sind wir uns dessen bewusst, dass es eine manchmal unvermeidliche Tatsache des Lebens sein kann. Aber im Allgemeinen wissen wir, dass wir es auch dann schaffen würden.

Eine ungesunde Angst, geliebte Menschen in unserem Leben zu verlieren, ist eher wie eine immer noch höher steigende Angst, und kommt mit extremem Denken daher.

Wir glauben, dass unser Leben ohne den anderen vorbei wäre! Wir fühlen uns dann nicht mehr lebenswert!

Je mehr wir darüber nachdenken, den geliebten Menschen zu verlieren, desto schlechter fühlen wir uns nicht nur emotional, sondern auch körperlich.

Angstsymptome tauchen auf, die folgendes umfassen können:

  • zunehmend unlogische Gedanken
  • ein wachsendes und allgegenwärtiges Gefühl der Angst
  • körperliche Symptome wie Schwitzen, erhöhter Herzschlag, Magenverstimmung, Muskelverspannungen
  • Veränderungen bei Schlaf- und Essgewohnheiten
  • mögliche Panikattacken.

Was ist die Angst hinter der Verlustangst?

Weinende Frau wegen VerlustangstNicht selten projizieren wir unsere Verlustangst und persönlichen Sorgen auf einen geliebten Menschen, weil das in unserem Denken «eine akzeptable Angst» ist.

Manchmal benutzen wir also die Verlustangst, geliebte Menschen zu verlieren, um andere Ängste zu verbergen, für die wir uns noch mehr schämen, wie zum Beispiel die Angst vor:

  • dem allein sein
  • alles selbst machen zu müssen
  • nicht zu wissen, wie man zurechtkommen würde (wir mögen keine Unsicherheit!)
  • keine eigene Identität zu haben. Weil wir uns zu oft anpassen und verstecken.

Übrigens gibt es noch eine weitere Angst, die auf der ganzen Welt weit verbreitet ist, die wir gerne hinter der Verlustangst verstecken…die Angst nicht zu genügen! Diese äussert sich oft auch in Anzeichen von Eifersucht. Denn die Eifersucht ist nichts weiter, als eine Auswirkung der ursprünglichen Verlustangst und führt meist dazu, dass wir unseren Partner/in komplett an uns binden und kontrollieren möchten. Die Ursache dafür ist meistens unser vermindertes Selbstwertgefühl. Du kannst hier klicken, wenn du mehr über das Thema Eifersucht und die 3-Soforthilfestrategien erfahren möchtest.

Warum ist es so wichtig, sich diese "Angst hinter der Angst" einzugestehen? Denn eigentlich sind diese Ängste leichter zu bewältigen.

Wir können andere Menschen um uns herum nicht davon abhalten, uns eines Tages zu verlassen oder zu sterben. Diesen Prozess müssen wir akzeptieren, ob uns das gefällt oder nicht – das ist eine Tatsache.

Aber wir können Unterstützung finden, um neue Wege des Seins zu lernen, und Schritte nach vorn machen, damit wir uns nicht mehr überwältigt fühlen von der Idee, für die Navigation in unserem eigenen Leben selbst verantwortlich zu sein.

Angst vor dem Verlust des Partners und CO-Abhängigkeit

Du hast Angst, dass du deinen Partner/in verlieren könntest? Bist du in einer Beziehung und erlebst hin und wieder Panikattacken bei dem Gedanken, dass dein Partner nicht da ist?

Ertappst du dich manchmal dabei, wie du oft zuhause bleibst oder Dinge absagst, nur um sicherzustellen, dass dein Partner dich nicht plötzlich verlassen oder ihm gar etwas schlimmes zustossen könnte? Die Angst, geliebte Menschen zu verlieren, kann ein Problem mit der CO-Abhängigkeit verbergen.

CO-Abhängigkeit bedeutet, ihr Selbst- und Wertgefühl von einer anderen Person abhängig zu machen oder sich gar mit dem Wert des Anderen zu identifizieren, anstatt es im selbst im Inneren zu entwickeln. Wenn du in einer CO-Abhängigen Beziehung bist, wirst du das Gefühl haben, dass es deine Verantwortung ist, die andere Person ständig und immer glücklich zu machen, und dass du nicht weisst, wer du ohne den Partner bist.

Obwohl du dir selbst sagst, dass das nur "echte Liebe" ist, kann ich dir sagen, dass CO-Abhängigkeit keine gesunde Form der Beziehung ist. Das lässt nämlich weder den einen noch den andere, seine eigenen inneren Ressourcen, Fähigkeiten und persönliche Handlungsfreiheit erkennen.

Sich selbst auszuziehen (Eigenverantwortung übernehmen) und unabhängig zu werden, kann einen riesen grossen Unterschied machen. Nicht nur für die Person selbst, sondern auch innerhalb der Beziehung.

Aber CO-Abhängigkeit kann auch ein sehr starkes Muster sein, und du darfst möglicherweise nach professioneller Unterstützung greifen, um deine Gefühle zu verstehen und zu lernen, wie du dein Selbstwertgefühl stärken kannst.

Wie kann ich aufhören, mir Sorgen über den Verlust eines geliebten Menschen zu machen?

Frau im SonnenuntergangDer erste Schritt kann also die Akzeptanz sein. Akzeptiere, dass du Angst davor hast, einen geliebten Menschen zu verlieren.

Es ist wichtig, dass du dir deswegen keine Vorwürfe machst oder gar denkst, dass das nicht normal ist. Vielmehr ist es die Fähigkeit zu lieben, denn ohne diese starken Gefühle, hättest du ja auch keine Angst davor, diese Menschen zu verlieren.

Stimmt’s? Alles hat zwei Seiten und nur weil es sich unangenehm anfühlt, heisst das noch lange nicht, dass es nichts sinnvolles ist. Damit es dir etwas leichter fällt, die Verlustangst zu akzeptieren und aus dem Kampfmodus auszusteigen, solltest du folgendes versuchen:

Versuchen dann Folgendes:

  1. Mache eine Liste aller deiner Bedenken.

Angst ist mächtig, weil es sich so anfühlt, also ob alles ausser Kontrolle sei und sie unsere Gedanken auf endlose Spiralen sendet.

Aber wenn wir uns die Zeit nehmen, um uns hinzusetzen und auf Papier zu schreiben: Was steckt hinter dieser Angst? Dann wird unser Leben weniger ausser Kontrolle sein, als wir bisher denken.

Was sind die schlimmsten Dinge, die passieren könnten, wenn du deinen geliebten Partner/in verlieren würdest? Vielleicht dass du keinen Ort mehr zum Leben hättest oder mit niemandem mehr so gut sprechen könntest?

Was sind mögliche Lösungen für jede dieser Sorgen? Schreibe sie auch auf.

  1. IDENTIFIZIERE, WAS DU BEREITS VERLOREN HAST.

Du könntest widerstandsfähiger sein, als du es bisher gedacht hast. Verluste sind ein Teil des Lebens und du hast dich wahrscheinlich schon durch so einige erfolgreich durch navigiert und bist gerade deswegen heute genau da, wo du jetzt bist.

Schreibe Dinge auf, die du wirklich geschätzt und geliebt hast, die du in der Vergangenheit verloren hast, ganz egal ob das ein Freund aus der Kindheit war, der vielleicht wegzog, oder dass du eine Schule/Arbeitsstelle verlassen musstest, an der du gerne warst.

Schau mal, ob du dich daran erinnern kannst, was du getan hast, um diesen Verlust zu überwinden und wieder vorwärts zu gehen. 

  1. ÜBE DICH IN ACHTSAMKEIT.

Achtsamkeit ist eine Technik, die dir hilft, im gegenwärtigen Moment zu bleiben, anstatt dich unkontrolliert den Sorgen um deine Zukunft hinzugeben. So lenkst du nämlich deine Aufmerksamkeit auf die Dinge und Themen, die du im Hier und Jetzt kontrollieren kannst, und nicht auf eine Vergangenheit, die du nicht mehr ändern kannst. Wir können dadurch dankbarer werden für das, was direkt vor uns liegt.

Hierzu eignen sich auch bestimmte Meditationen, die dich dabei positiv unterstützen können. (Folgen in Kürze hier auf unserer Seite)

  1. ERFAHRE MEHR ÜBER TRENNUNGEN UND STERBEN.

Es gibt zum Beispiel Zusammenkünfte für Menschen, die sich treffen und ihre Verlustängste und auch bereits erlebten Verluste miteinander diskutieren. Das hilft enorm, weil man dann merkt, dass man sich für diese Angst nicht schämen muss und es auch andere Menschen gibt, die das sehr gut kennen.

Bei diesem Austausch hat man die Möglichkeit, andere Wege und Lösungen zu erfahren. Oft sieht man selbst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

  1. SPRICH MIT ANDEREN ÜBER DEINE ANGST.

Vielleicht möchtest du deine Angst sogar mit deinem Partner/in selbst teilen. Wenn nicht, dann, versuche es mit einem vertrauenswürdigen Freund/in oder Familienmitglied.

Du wirst sehen, wenn das Tabu erstmal gebrochen ist, dann zeigen sich auch die anderen plötzlich ganz offen mit Ihren eigenen Gedanken und Ängsten.

Glaubst du, niemand würde deine Verlustängste verstehen? Dann sprich mit einem professionellen Therapeuten darüber.

Zu guter Letzt, überlasse ich dir diese Frage: Warum hast du Angst zu verlieren? Und bist du bereit, dir selbst, deinen Fähigkeiten und dem Leben zu vertrauen, damit du weiterkommst?

Wenn du deine Verlustangst überwindest, dann wirst du frei sein. Das ermächtigt dich in deinem Leben die Verantwortung zu übernehmen und dafür brauchst du keinen anderen Menschen, ausser dich selbst.

Durch die richtigen Fragen und Methoden plus einer Portion Durchhaltevermögen, wirst du deine Verlustangst erfolgreich lösen können.

Wir wünschen dir dafür die richtigen Impulse, bereichernde Erkenntnisse und liebevolle Geduld mit dir selbst.

Damit du dich auf das konzentrieren kannst, was schon da ist und damit es erst gar nicht erst zu einer nächsten Trennung kommt, kann dir unser Liebesbeziehung-Ratgeber optimal dabei helfen.

Klicke hier und beginne noch heute damit, deiner Beziehung frischen Wind und viel Spannung einzuhauchen.

Auf unserem Youtube-Kanal Liebesbeziehung-Ratgeber findest Du weitere Videos zum Thema Beziehung.

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